PyramidenTalk

Aktiv gegen Verschwörungsnarrative im Strafvollzug

Projektinformationen

In unserem Projekt »Pyramidentalk – Aktiv gegen Verschwörungsnarrative im Strafvollzug« verfolgen wir das Ziel einer kritischen Auseinandersetzung mit Verschwörungsdenken und demokratiefeindlichen Einstellungen. Grundlage hierfür ist die Demokratiebildung, durch welche wir einen (selbst-)kritischen Raum anbieten und schaffen, in dem die Frage – was eine Demokratie ist und ausmacht – nicht einfach als bereits beantwortet vorausgesetzt wird, sondern gemeinsam entwickelt, diskutiert und gestaltet wird. Das gesellschaftliche Miteinander soll nicht als etwas Abgeschlossenes und Distanziertes wahrgenommen, sondern als etwas Unmittelbares und Gestaltbares erfahren werden. Dabei ist es notwendig über Verhältnisse und Erfahrungen zu sprechen, welche eben diese Wahrnehmungen und Gefühle der Isolation, Ohnnmacht und Unverbundenheit hervorbringen und dabei klar zu benennen, dass diese Verhältnisse zu kritisieren sind. Auf dieser Grundlage lässt sich dann gemeinsam darüber sprechen, was demokratische Verantwortung – individuell, aber auch gesellschaftlich – bedeutet. 

Song-Zitate

»Was wollt ihr mir schon vom Leben erzählen? /
Mama kam hierher, um ihren Sohn lachen zu sehen.«
Nafri.55
»Tief in mir am Zittern /
wenn Gedanken immer kälter werden. /
Wie lang können wir sitzen /
bevor draußen unsere Eltern sterben.«
Mo
»Blick durch Gitter / Papa guck, ich spüre deine Tränen /
Bilder von dir in meinem Kopf / ich werde schizophren /
Bin umgeben von den Sorgen und Problemen /
Keine andere Lösung, also annehmen und dann wieder gehen.«
Musa171

Projektinformationen

Ziele

Aus dem Haftkontext ergeben sich besondere Bedingungen und Herausforderungen: Rollen und Aufgaben sind im Haftalltag fest verteilt und erscheinen auf den ersten Blick unvereinbar. Ebenso unflexibel wirken oftmals die Erwartungen und Zuschreibungen vom Gegenüber. Wir wollen die unterschiedlichen Positionen und Perspektiven – Sicherheit und geregelter Ablauf einerseits und Leben in eingeschränkten Freiheitsrechten andererseits – nicht ausblenden. Denn unter diesen Bedingungen entsteht ein besonders sensibler Raum für alle, in welchem Misstrauen und Unverständnis zunehmen können. Unser Verständnis von Prävention setzt bereits an diesem Punkt an und nimmt diese Bedingungen und Voraussetzungen ernst und sucht nach gewinnbringenden Umgangsweisen damit. Wir wollen darüber ins Gespräch kommen, welche Alltagserfahrungen gemacht werden – von Mitarbeitenden und Inhaftierten – und welche Vorstellungen davon bestehen, wie offenere, sensiblere und angenehmere Räumen entstehen könnten.

Projektinformationen

Inhalte

In den Bildungsseminaren mit den Inhaftierten wollen wir über die verbindende Musikrichtung des (Deutsch-)Rap in einen Austausch kommen. In Rap-Musik und -Kultur soll eine gemeinsame Sprache gefunden werden. Gerade weil in dieser ›Sprache‹ Verletzung, Ausschluss und Diskriminierung eine wichtige Rolle einnimmt, bildet dies eine wesentliche Grundlage, um über persönliche Erfahrungen und Wünsche in einen Austausch zu kommen. Durch die exemplarische Arbeit mit konkreten Beispielen aus der Deutschrap-Szene soll die Verarbeitung von persönlichen Krisen und Gefühlen der Machtlosigkeit ermöglicht und eine kritische Reflexion bestehender Verschwörungsnarrative angeregt werden. Im Rahmen der Workshops wollen wir die Möglichkeit geben, gemeinsam mit Rapper*innen eigene Songs zu entwickeln und professionell abzumischen.